image
respACT - austrian business council for sustainable development
Wiedner Hauptstraße 24/11, 1040 Wien, Telefon: +43/1/7101077-0, Fax: +43/1/7101077-19, Email: office@respact.at
Aktuelle Studienergebnisse zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
Zahlen, Fakten und neue Onlinetools
01.02.2012

Der globale Trend zur Nachhaltigkeitsberichterstattung zeigt sich erneut in aktuellen Studienergebnissen. Unterstützung beim Erstellen und Vergleichen von Berichten bieten neue Online-Tools.

Nachhaltigkeitsberichte im Ländervergleich

Einen Einblick in den Status Quo der weltweiten Nachhaltigkeitsberichterstattung gibt die Studie "KPMG International Survey of Corporate Responsibility Reporting 2011", in der die Nachhaltigkeitsberichte von mehr als 3.400 Unternehmen weltweit (darunter die der 250 größten Betriebe) analysiert wurden.

 

Die Ergebnisse im Überblick

  • 95 Prozent der 250 größten Unternehmen weltweit berichten über ihre CSR-Aktivitäten (das sind um 14 Prozent mehr als im Jahr 2008). 2/3 der nicht berichtenden Unternehmen kommen aus den USA. Die Studie zeigt außerdem auf, dass die Betriebe in den USA ihren Fokus eher auf die Kommunikation als auf die eigentlichen CSR-Prozesse legen.
  • Das größte Wachstum im Bereich CSR-Reporting verzeichnen die Europäischen Länder, hier berichten 71 Prozent aller Unternehmen. Die Europäischen Betriebe nehmen damit im globalen Kontext eine führende Rolle ein. Amerika, der Mittlere Osten und Afrika holen auf. Das Schlusslicht bilden die Unternehmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Hier berichtet nur die Hälfte aller Unternehmen.
  • Betrachtet man die einzelnen Länder, so verfassen - wie auch im Jahr 2008 - die meisten Unternehmen aus Japan und dem Vereinigte Königreich einen Nachhaltigkeitsbericht. Neu zu den Top-3 zählt Südafrika
  • Während die USA und Kanada versuchen aufzuholen, verzeichnen Mexiko (von 17 auf 66 Prozent) und Brasilien (erreichte erstmals 88 Prozent) große Wachstumsraten. Auch China schließt auf. In China berichteten 2011 bereits rund 60 Prozent aller Unternehmen (damit erreicht China das Niveau von Spanien und den Niederlanden im Jahr 2008).


Percentage of companies reporting on their csr initiatives 2008/2011

 

 

Im Branchenvergleich weisen vor allem die Pharma-, Bau- und Automobilindustrie die größten Wachstumsraten im Vergleich zur letzten Untersuchung von 2008 auf. Mit 84 Prozent berichterstattenden Unternehmen bleiben die Forstwirtschaft, Zellstoff- und Papierindustrie sowie der Bergbau nach wie vor führend.

 

Als Treiber für CSR-Reporting nennen die 250 größten Unternehmen weltweit die Reputation (67 Prozent), ethische Überlegungen (58 Prozent), Mitarbeitermotivation (44 Prozent) und Innovation (44 Prozent).

 

Einfluss von verpflichtender CSR-Berichterstattung

Wie oben erwähnt, nimmt Europa im Bereich CSR-Reporting eine Vorreiterrolle ein. Interessant ist der große Zuwachs an Nachhaltigkeitsberichten in den nordischen Ländern wie Dänemark, Finnland und Schweden. Dies ist zu einem großen Teil auch auf die staatlichen Vorgaben in diesen Ländern zurückzuführen. In Dänemark werden die 1.100 größten Unternehmen und staatliche Betriebe dazu angehalten, Informationen über ihre CSR-Aktivitäten zu veröffentlichen. Dies erfolgt nach dem "comply or explain"-Prinzip, d.h. sollten sie nicht berichten, müssen sie erklären, warum nicht. Im November 2011 veröffentlichte Dänemark eine Studie zu den Auswirkungen der gesetzlichen Verpflichtung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Das Gesamtergebnis ist sehr positiv: Durch die gesetzlichen Vorgaben erhöhte sich die Anzahl der erstellten Nachhaltigkeitsberichte - die meisten Unternehmen erfüllen ihre Berichtpflicht. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass dänische Unternehmen in ihren Nachhaltigkeitsberichten nun mehr Themen als zuvor aufgreifen und dass häufiger über CSR-Strategien und deren Umsetzung berichtet wird. Verbesserungspotenzial wird im Hinblick auf die Qualität der Berichte gesehen.


GRI-Datenbank für Nachhaltigkeitsberichte

Eine Möglichkeit, die Nachhaltigkeitsberichte verschiedener Unternehmen abzufragen, bietet die neue "Sustainability Disclosure Database" der Global Reporting Initiative (GRI). In der Datenbank finden sich nicht nur Berichte, die unter Anwendung der GRI-Richtlinien erstellt wurden, sondern auch welche mit Verweisen auf die ISO 26000, das Carbon Disclosure Project, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, den United Nations Global Compact oder die IFC Performance Standards. Die Webseite ermöglicht es, die Suche gefiltert nach Publikationsjahr, Organisationsgröße, Sektor, Region und GRI-Level durchzuführen. Zusätzlich können eigene Nachhaltigkeitsberichte für die Datenbank registriert werden. 

 

Erstellung eines eigenen Nachhaltigkeitsberichts

Haben Sie schon einen Nachhaltigkeitsbericht? Unterstützung bei der Erstellung eines eigenen Berichts bietet das "reporting starter kit", das auf der GRI-Webseite heruntergeladen werden kann. Als respACT-Mitglied haben Sie außerdem auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit, an der Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeitsberichterstattung teilzunehmen. Bei dieser stehen Experteninput zu nationalen und internationalen Trends und Entwicklungen in der Berichterstattung sowie der Erfahrungsaustausch unter den teilnehmenden Unternehmen im Vordergrund. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an: b.steinbrugger@respact.at.

Dokumente:

Die Studien "KPMG International Survey of Corporate Responsibility Reporting 2011" und "Corporate Social Responsibility and Reporting in Denmark" stehen respACT- und Global Compact-Mitgliedern kostenlos im respACT-Intranet im Bereich "Dokumente" zur Verfügung.

Verwandte Beiträge:
Geprüfte Content Quality 2010 © respACT - austrian business council for sustainable development
Wiedner Hauptstraße 24/11, 1040 Wien, Telefon: +43/1/7101077-0, Fax: +43/1/7101077-19, E-Mail: office@respact.at