Dienstag 20. November 2018

Nominiertenbegründungen - Kategorie Sonderpreis "Maßnahmen gegen Armut und soziale Benachteiligung"

Die Unternehmen sind in alphabetischer Reihenfolge sortiert.

 

 

BAWAG P.S.K.

Das Neue Chance Konto

Rund 50.000 Menschen in Österreich sind wegen mangelnder Bonität von der wichtigsten Bankdienstleistung ausgeschlossen: Sie erhalten kein Girokonto. Mit dem „Neue Chance Konto“ bietet die BAWAG P.S.K. seit April 2009 österreichweit ein Basis-Habenkonto unabhängig von Bonitätskriterien und ohne Zugangsbeschränkungen an. Das Konto unterscheidet sich nicht von einem normalen Konto, wodurch die KundInnen des Neue Chance Kontos nicht automatisch als solche identifiziert werden können. Innerhalb der ersten Monate haben bereits über 4000 Menschen das Angebot der Bawag P.S.K. genutzt. Das Neue Chance Konto war eine Konsequenz aus der intensiven Beschäftigung des Unternehmens mit den Menschenrechten und stellt eine wirkungsvolle Maßnahme gegen Diskriminierung und soziale Benachteiligung dar.

 

Die Zweite Sparkasse

Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse (Die Zweite Sparkasse)

Die Zweite Sparkasse bietet seit mittlerweile vier Jahren ein Haben-Konto für Menschen, die in eine finanzielle Notlage geraten sind und keinen Zugang mehr zu Bankdienstleistungen bekommen. Das Konto versteht sich als ein Angebot im Rahmen eines Gesamtpakets von Beratungs- und Betreuungsleistungen gemeinsam mit kooperierenden Beratungsorganisationen. Besonders hervorhebenswert ist der Pioniercharakter der Initiative sowie die Tatsache, dass ausschließlich ehrenamtliche MitarbeiterInnen bei der Zweiten Sparkasse tätig sind. Insgesamt engagieren sich rund 400 Freiwillige der Erste Bank und Sparkassen in ganz Österreich an dem Projekt. Die rund 5000 KundInnen erfahren eine ganzheitliche Betreuung, die von Schuldnerberatung bis hin zum verantwortungsbewussten Umgang mit Geld reicht. Das Gesamtpaket der zweiten Sparkasse ist eine vorbildhafte Initiative zur Bekämpfung von Armut.

 

EVN AG

Stolipinovo - Fallbeispiel Stakeholderdialog

Durch die Einführung von europäischen Standards der Stromversorgung konnte die EVN die Grundbedürfnisse einer Romasiedlung in Bulgarien decken und dadurch zur Armutsbekämpfung beitragen. Das Projekt ist ein Vorzeigebeispiel für gelungene Stakeholdereinbindung: Durch intensiven Dialog mit der ansässigen Bevölkerung und Einbindung lokaler NGOs konnte die Infrastruktur erneuert, der Energieverbrauch reduziert und gleichzeitig die Zahlungsmoral verbessert werden. Während die BewohnerInnen der Roma-Siedlung von einer besseren Energieversorgung und kostenlosen Schulungen zum Energiesparen profitieren, konnte die EVN die Zahlungsrate von 3 auf 85% erhöhen. Das Projekt stellt somit eine vorbildliche Maßnahme zur Armutsbekämpfung dar und verknüpft gleichzeitig das Kerngeschäft des Unternehmens mit seiner gesellschaftlichen Verantwortung.

 

Mondi AG
Integration durch Bildung
Durch professionelle Lernunterstützung, Elternarbeit und „soziales Lernen“ wird Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien die Integration in Österreich erleichtert. In Kooperation mit der Caritas werden in insgesamt drei Projekten Jugendliche beim Lernen unterstützt, wodurch ihre künftigen Chancen am Arbeitsmarkt verbessert und die Gefahr selbst in Armut zu geraten vermindert werden. Die Jugendlichen vorwiegend mit Migrationshintergrund bekommen durch diese Lerncafés die Möglichkeit sich zu entfalten und ihre Stärken in einem fördernden Umfeld auszubauen. Sowohl die MitarbeiterInnen als auch die Führungsebene sind vorbildhaft in das Projekt involviert. 

 

Verbund (Österr. Elektrizitätswirtschafts AG)

Verbund Stromhilfe Fonds der Caritas

Der „Verbund Stromhilfefonds der Caritas“ hilft finanzschwachen Haushalten in Österreich der Energiefalle von geringem Einkommen bei überproportional hohen Energiekosten zu entkommen. Das Engagement des Verbund basiert dabei auf drei Säulen: Neben individueller Energieberatung im Haushalt wird Unterstützung beim Tausch Strom fressender Geräte sowie finanzielle Überbrückungshilfe bei Stromrechnungen geboten. Damit hilft die Initiative sowohl den Menschen als auch dem Klima. Neben dem eigenen Engagement versucht der Verbund auch andere Energieversorgungsunternehmen für das Projekt zu gewinnen. Damit wird nicht nur die Nachhaltigkeit der Initiative gesichert, sondern auch eine ganze Branche motiviert, sich an der Armutsbekämpfung in Österreich zu beteiligen. Wünschenswert bleibt, dass das Projekt auf die gesamte Gesellschaft ausgedehnt wird, damit die Bevölkerung und auch die Umwelt noch breiter von Energieeffizienz und geringeren Energiekosten profitiert.

Träger
& Sponsoren
http://www.trigos.at/