Friday 7. August 2020

Nominiertenbegründungen TRIGOS 2014 - Ganzheitliches CSR-Engagement: Großunternehmen

 

AT & S Austria Technologie & Systemtechnik AG

AT & S setzt sich intensiv mit den Auswirkungen des Kerngeschäfts auf Umwelt und Gesellschaft auseinander: Als einer der ersten in einer ressourcenintensiven Branche hat der steirische Industriebetrieb den CO2-Fußabdruck als Kennzahl eingeführt. Mit einer Einsparung von 4 kg CO2 pro Quadratmeter Leiterplatte seit 2010 konnten bereits eindrucksvolle Ergebnisse erzielt werden. Die kontinuierliche Steigerung der Ressourceneffizienz manifestiert sich auch in der Senkung des Frischwasserverbrauches um 28 Liter pro Quadratmeter Leiterplatte in den letzten drei Jahren. Die Jury honorierte außerdem die Bemühungen bei der Beschaffung, wo umweltfreundliche Stoffe gegenüber konventionellen bewusst bevorzugt werden. Lieferantenaudits und regelmäßige Lieferantenratings mit Fokus auf Umwelt und Arbeitssicherheit sowie ein jährlicher Award sind weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Ausrichtung der Lieferkette. Die aktive Einbindung aller MitarbeiterInnen sowie das hohe gesellschaftliche Engagement an inländischen wie auch an ausländischen Standorten – wie zum Beispiel ein errichtetes Medizinzentrum oder Berufsförderungsprogramme für Jugendliche und Frauen in Indien – überzeugten die Jury. 

 

bellaflora Gartencenter GmbH  

Mit der nachhaltigen Sortimentsgestaltung setzt Bellaflora einen wichtigen Schritt zur Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen. Im Jahr 2013 listete bellaflora alle chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel aus und führt seither ausschließlich biologische naturnahe Produkte. Der nächste Schritt ist für 2014 geplant, wo auch der Düngebereich auf natürliche Produkte umgestellt wird. Um die Aktivitäten im Kerngeschäft auch nach außen zu tragen, wurden alle MitarbeiterInnen entsprechend geschult. Weitere Maßnahmen am Arbeitsplatz umfassen eine Seminarreihe zum Thema Nachhaltigkeit, Gesundheitsprogramme, Sportangebote sowie individuelle Weiterbildung. Die Bewusstseinsbildung spielt für Bellaflora nicht nur intern, sondern auch außerhalb des Unternehmens eine zentrale Rolle: In Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten sowie auch im Rahmen der City Farm Schönbrunn werden Kinder und Jugendliche für gesunde Ernährung und verantwortungsvolles Gärtnern sensibilisiert.

 

Grüne Erde GmbH

Grüne Erde produziert und vertreibt eine breite Palette an natürlichen Produkten im Bereich Wohnen, Mode und Naturkosmetik. Bei der Herstellung legt das Unternehmen großen Wert auf natürliche, nachwachsende Rohstoffe, die strengsten ökologischen Kriterien entsprechen. Auch die Sozialverträglichkeit wird stets geprüft. Um unnötige Transporte zu vermeiden, wird die Produktion - wenn möglich - direkt im Ursprungsland des Rohstoffes angesetzt. Die größte Weiterentwicklung hat das Unternehmen, das Nachhaltigkeit im Kern verankert hat, im Bereich Mode vollzogen: Seit 2010 sind 80 Prozent der Kleidung nach dem Standard GOTS zertifiziert. Ziel ist die 100-prozentige Zertifizierung. Bezeichnend ist auch der hohe Frauen-Anteil von 70 Prozent in Führungspositionen. Mit einem alternativen Beteiligungsmodell, das die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens sichern soll, ist es Grüne Erde seit Juni 2013 gelungen, 4.5 Millionen Euro an so genannten Kundendarlehen zu verbuchen.

 

Mondi Frantschach GmbH        

Der Papierproduzent Mondi Frantschach überraschte die Jury durch seine kontinuierliche Weiterentwicklung im Bereich Corporate Social Responsibility: Am Standort Frantschach wurden laufend Investitionen vorangetrieben, die die Versorgung des Unternehmens mit eigener Energie sicherstellen sowie die Entwicklung ressourcenschonender und recycelbarer Produkte vorantreiben. Insbesondere die Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitet kontinuierlich an nachhaltigen Produktinnovationen sowie der Optimierung von Produktionsverfahren. Durch Maßnahmen wie die Wiederverwertung des Abfallproduktes Grünlaugenklärschlamm werden Reststoffe im Werk in Frantschach zu nahezu 100 Prozent verwertet. Auch das gesellschaftliche Engagement von Mondi Frantschach überzeugte die Jury: Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Bildungseinrichtungen sowie sozialen Organisationen positioniert sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber in der Region und sichert so wichtige Arbeitsplätze.

 

Sto Ges.m.b.H.

Bei der Firma Sto ist CSR seit vielen Jahren Teil der Unternehmensstrategie und –vision. Die Jury beeindruckte dabei die Entwicklung, die der Betrieb in den letzten Jahren vollzogen hat. Durch einen konzernweit gültigen Lieferantenkodex, die jährliche Überprüfung der Lieferanten in Punkto Nachhaltigkeit sowie den Fokus auf regionale Produktion und Beschaffung beweist Sto, dass Nachhaltigkeit in der Lieferkette ein langfristiges Anliegen ist. An den Standorten Villach und Wien achtet das Unternehmen auf eine ökologische Bauweise in Form eines Passivhauses bzw. einer Klimabündnis-Zertifizierung; die Bewirtung erfolgt durch einen sozialökonomischen Betrieb und der Einkauf wird so regional wie möglich gestaltet. Auch die bewusste Förderung von ökologischen Produktinnovationen sowie die kontinuierliche Verkürzung der Transportwege überzeugten die Jury von der nachhaltigen Ausrichtung des Kerngeschäftes und führten zur verdienten Nominierung in dieser Kategorie.

 

UNITO          

Mit dem kontinuierlichen Ausbau der nachhaltigen Produkte im Sortiment sowie einer CO2-neutralen Zustellung beweist UNITO, dass CSR ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie ist. Um auch die KonsumentInnen über Nachhaltigkeitsaspekte zu informieren, heben sogenannte EcoFacts nachhaltige Produkte hervor. Eine unternehmensinterne Richtlinie sowie ein mehrstufiges Monitoring und Qualifizierungs-Programm für Lieferanten stellen Nachhaltigkeit in der Beschaffung sicher. Honoriert wurden auch die Bestrebungen, eine eigene Methode zur Messung der wesentlichen Umwelt- und Sozialauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu entwickeln. Die Messbarkeit der umgesetzten Maßnahmen steht auch im Mitarbeiter- und Gesellschaftsbereich im Vordergrund: So werden Weiterbildungsangebote durch regelmäßiges Bildungscontrolling evaluiert. Eine zehnprozentige Reduktion der Fehlzeiten im Vergleich zum Vorjahr belegt den Erfolg der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Das gesellschaftliche Engagement im Inland sowie auch im Ausland in den Bereichen Bildung und Bewusstseinsbildung ist vorbildlich: Mit einem Bildungsprojekt für Baumwollbauern in Burkina Faso konnten 6.000 Personen erreicht werden.

Träger
http://www.trigos.at/