Sunday 23. February 2020

Nominiertenbegründungen TRIGOS 2014 - Ganzheitliches CSR-Engagement: Mittelunternehmen

 

Bistum Gurk Stift St. Georgen am Längsee

Das Bistum Gurk Stift St. Georgen am Längsee kann auf eine lange CSR-Tradition verweisen. Als touristischer Leitbetrieb mit Bildungsfokus setzt das Bistum auf eine strategische Verankerung von Nachhaltigkeit und misst den Erfolg der gesetzten Maßnahmen mittels Key Performance-Indikatoren. So konnten in den letzten Jahren der CO2-Ausstoß um 72 Prozent und der Wasserverbrauch um 41 Prozent gesenkt werden. Auch die Anspruchsgruppen des Unternehmens werden vorbildlich in die CSR-Aktivitäten eingebunden und mittels Nachhaltigkeitsbericht über die Fortschritte informiert. Insbesondere die Belegschaft profitiert von den vielfältigen Maßnahmen, was sich mitunter in einer fast 100-prozentigen Wiedereinstiegsquote der MitarbeiterInnen nach der Karenz manifestiert.

 

Imerys Talc Austria GmbH        

Imerys Talc Austria GmbH besticht durch zahlreiche CSR-Maßnahmen im Kerngeschäft wie zum Beispiel die Entwicklung von innovativen Talkprodukten für die Kunststoffindustrie, die den Recyclinganteil der Endprodukte erhöhen. Kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht zudem die Produktionsmenge bei gleichbleibendem Ressourceneinsatz zu erhöhen. Auch die Reduktion des Energieeinsatzes in sehr energieintensiven Verfahren ist bezeichnend. Darüber hinaus wird seit bereits über 30 Jahren Abwärme aus dem Produktionsprozess in das Fernwärmenetz der Gemeinde eingespeist. Insbesondere das Engagement zur Erhaltung und Förderung von Biodiversität des steirischen Bergbaubetriebs haben die Jury überzeugt. Der Abbau von Talk im Tagbau führt zu einer vorübergehenden Beeinflussung von natürlichen Lebensräumen. Das Unternehmen hat daher bewusst über gesetzliche Vorschriften hinausgehend  Maßnahmen umgesetzt, um den Lebensraum für Pflanzen und Tiere wiederherzustellen. Zu guter Letzt überzeugte das Unternehmen im Mitarbeiterbereich durch umfassende Gesundheitsprogramme, Aus- und Weiterbildung, den Dialog mit Anspruchsgruppen und die Kooperation mit Bildungsstätten.

 

Kärntnermilch reg.Gen.m.b.H.

Die Kärntnermilch besticht durch ihr langjähriges CSR-Engagement gepaart mit laufenden nachhaltigen Innovationen, wie zum Beispiel der ersten österreichischen Umkehr-Osmoseanlage, die zu einer signifikanten Senkung des Strom- und Gasverbrauchs führte. Einzigartig ist auch die Struktur der Molkerei, die Bauern unabhängig von der Menge der gelieferten Milch selbst in entlegenen Gebieten beschäftigt und so wesentlich zur Landschafts- und Kulturpflege Kärntens beiträgt. Zudem sind alle Lieferanten in ein Umweltmanagementsystem eingebunden, was nicht nur die eigene Nachhaltigkeitsperformance, sondern auch jene zahlreicher Zulieferbetriebe verbessert. Dieser strategische und langfristig ausgerichtete CSR-Ansatz überzeugte die Jury schlussendlich und führte zur Nominierung der Kärntnermilch in dieser Kategorie.

 

Saint-Gobain Rigips Austria GesmbH

Saint-Gobain Rigips achtet beim Abbau des natürlichen Rohstoffs Gips vorbildlich auf die Schonung vorhandener Ressourcen sowie auf die laufende Rekultivierung. Vor dem Hintergrund, dass Gebäude traditionell einen hohen Einfluss auf die Umwelt haben, setzt das Unternehmen bewusst auf recyclebaren Leichtbau. Bereits jetzt besteht jede Rigips-Platte aus 6 Prozent Recyclingmaterial. Nachhaltigkeit ist bei Rigips in allen Stufen der Wertschöpfung fest verankert. Ein Steuerungsteam, das von der Geschäftsführung geleitet wird, evaluiert und verbessert den Nachhaltigkeitsprozess laufend. Durch den innerbetrieblichen Transport mittels einer Seilbahn können jährlich über 200 Tonnen CO2 vermieden werden – durch die aktuelle Sanierung soll diese umweltfreundliche Transportmöglichkeit auch weiterhin erhalten bleiben. Das Engagement am Arbeitsplatz lässt sich durch die gesteigerte Betriebszugehörigkeit sowie die erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit quantitativ belegen. Besonders hervorgehoben hat die Jury außerdem die umfassende Stakeholderkommunikation in Form von zahlreichen Anrainerdialogen.

 

Schrenk GmbH

Die Zertifizierung mit dem österreichischen Umweltzeichen für Produkte, das zu einem großen Teil aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft stammende Holz oder der fast 90 prozentige Anteil an umweltfreundlichen Wasserlacken bei der Oberflächenveredelung haben die Jury vom NÖ-Tischlereibetrieb Schrenk überzeugt. In einer wirtschaftlich benachteiligten Region wie dem Waldviertel ist die Ausbildung von jungen Menschen von großer Bedeutung. Mit einem hohen Lehrlingsanteil von über zehn Prozent leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag. Neben dem Ausbildungsschwerpunkt werden den MitarbeiterInnen auch Gesundheits- und Sportprogramme geboten. Die Jury honorierte darüber hinaus den in einer männerdominierten Branche hohen Frauenanteil von 12 Prozent. In einer eigenen Hackschnitzel-Heizung werden die Holzabfälle weiterverarbeitet. Die erzeugte Energie fließt wiederum direkt in die Produktion oder wird für die Heizung verwendet.

 

Traktorenwerk Lindner GmbH

Das Traktorenwerk Lindner zeigt eindrucksvoll, wie Nachhaltigkeit ins Kerngeschäft integriert werden kann. Durch die stetige Verbesserung der ökologischen Auswirkungen seiner Produkte gelang es dem Tiroler Vorzeigebetrieb, den Partikelausstoß der neuen Modelle im Vergleich zum Jahr 2000 um 98 Prozent zu senken. Auch der Treibstoffverbrauch der Traktoren und Transporter konnte um 15 Prozent reduziert werden. Dass CSR ein Prozess der kontinuierlichen Weiterentwicklung ist, bestätigt das Traktorenwerk durch seine Zielsetzung, den Stromverbrauch pro erzeugtem Fahrzeug bis 2020 um zwei Prozent jährlich zu reduzieren. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf intelligente, grüne Firmengebäude sowie einen vertrauensvollen und wertschätzenden Umgang mit allen Partnern. Die Jury honorierte außerdem das Engagement im Mitarbeiter- und gesellschaftlichen Bereich: dazu zählen arbeitnehmerfreundliche Teilzeitmodelle, die es einem Drittel der Belegschaft ermöglichen, nebenberuflich in der Landwirtschaft tätig zu sein, genauso wie maßgeschneiderte Lehrlingsausbildungen oder Unterstützung in Krisenregionen.

Träger
http://www.trigos.at/