Wednesday 1. April 2020

Nominiertenbegründungen TRIGOS 2015 - Ganzheitliches CSR-Engagement: Großunternehmen

 

A1 Telekom Austria AG

Als führender Kommunikationsanbieter Österreichs setzt sich A1 mit den Herausforderungen der IKT-Branche auseinander und setzt diesbezüglich fortlaufend Maßnahmen. Als erster Kommunikationsanbieter betreibt A1 sein Netz zu 100% CO2-neutral und setzt neben zahlreichen Energieeffizienzmaßnahmen auf nachhaltige Stromproduktion. Neben der Errichtung erneuerbarer Energieanlagen bezieht A1 seit 2014 zu 100% Strom aus erneuerbarer Energie. CO2-Emissionen werden durch Klimaschutzprojekte kompensiert. Seit 2013 ist A1 EMAS geprüft, seit 2012 konnten über 100 Maßnahmen durch ein abteilungsübergreifendes Energiemanagementteam umgesetzt werden. Neben diesen beeindruckenden Kennzahlen hob die Jury das Engagement im Bereich Arbeitsplatz hervor: Seit 2012 fokussiert A1 auf das Thema Diversität und Frauenförderung, was sich nicht nur in einem gesteigerten Frauenanteil, sondern auch in Initiativen wie den „Flying Nannies“, dem „Shared Leadership Model“, speziellen Mentorings oder verbesserten Karenzmodellen zeigt. Insgesamt überzeugt A1 durch sein kontinuierliches Engagement und seinen ganzheitlichen, umfassenden Maßnahmenkatalog, der sowohl ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigt. Die Jury ist gespannt, wie A1 die Herausforderung im Handy-Sortiment (Stichwort Fairphone) angehen wird.

 

BIPA Parfümerien GmbH

BIPA ist österreichischer Marktführer im Drogeriefachhandel. Schwerpunkte der CSR-Strategie setzt das Unternehmen in der Entwicklung bzw. dem Verkauf nachhaltiger Produkte, im Schutz von Klima und Umwelt, in der Unterstützung sozial Benachteiligter sowie im wertschätzenden Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Dass das Thema CSR bei BIPA ein strategischer Fokuspunkt geworden ist, lässt sich an den zahlreichen umgesetzten Maßnahmen erkennen: in den letzten zwei Jahren konnte die Auswahl an nachhaltigen Produkten im Sortiment verdoppelt werden, zusätzlich setzte BIPA 2014 mit der Einführung der nachhaltigen Eigenmarke „Bigood“ ein Zeichen. Bigood Produkte entsprechen hohen Umweltstandards und werden ausschließlich in Österreich gefertigt, die Jury begrüßt auch den Innovationscharakter in der Produktentwicklung und der Verpackung. Mit gezielten Werbemaßnahmen wird zusätzlich auf die nachhaltigen Produktlinien hingewiesen. Als Teil des REWE-Konzerns hält BIPA jährlich ein Stakeholderforum ab; auch die Gründung eines Kundenbeirats unterstreicht die Einbeziehung unterschiedlicher Anspruchsgruppen in Nachhaltigkeitsthematiken des Unternehmens. 2014 verpflichtete sich BIPA außerdem freiwillig den DETOX-Standards von Greenpeace zu entsprechen. Überzeugen konnte BIPA überdies mit Aus- und Weiterbildungsprogrammen für die eigenen Mitarbeiter sowie Bemühungen im sozialen Bereich in Zusammenarbeit mit der Caritas. Auch beim Filialbau spielen nachhaltige Überlegungen eine zentrale Rolle: es wird ausschließlich Grünstrom bezogen, bei der Beleuchtung wird auf LEDs gesetzt.

 

EVVA Sicherheitstechnologie GmbH

EVVA ist Hersteller von mechanischen und elektronischen Zutrittssystemen. Bei der Verarbeitung von Metallen und Ölen im Laufe des Produktionsprozesses gelingt es der EVVA, einen Clean Production Anteil von 50% beziehungsweise einen Recyclinganteil der Metallspäne von 100% zu erzielen -  in den Augen der Jury eine eindrucksvolle Bilanz. Die Einrichtung einer Photovoltaik-Anlage ermöglicht dem Unternehmen zusätzliche Energiegewinnung, die Wasser-Recyclingquote konnte auf über 80% gesteigert werden. Sowohl das Wissensmanagement als auch ein neues Innovationsmanagement werden kontinuierlich (weiter)entwickelt, in der Mitarbeiterzeitung wurde eine eigene CSR-Rubrik eingerichtet. Wichtig ist dem Unternehmen zudem die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter. In Kooperation mit Schulen fördert EVVA den CSR-Dialog mit Jugendlichen, zusätzlich finden Road Shows, Umfragen, Infofrühstücke unter den Mitarbeitern und zahlreiche Betriebsführungen statt.

 

Hofer KG

Als Lebensmitteleinzelhändler setzt Hofer auf hochwertige Eigenmarken und einen verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern, Umwelt und Partnern. Die Jury honorierte hinsichtlich komplexer Lieferketten vor allem die Bemühungen um Transparenz gegenüber der Kunden: Mit der Rückverfolgungsplattform „Check your Product“ können Informationen zu Herkunft und Bedingungen der gekauften Produkte eingeholt werden.  Die Eigenmarke „Zurück zum Ursprung“ erfüllt deutlich höhere Ansprüche als die EU-Biorichtlinie vorgibt, außerdem ist es die einzige österreichische Marke, die die unabhängige Auszeichnung „Tierschutz geprüft“ für alle tierischen Produkte tragen darf.  Kontinuierliche Weiterentwicklung ist Hofer auch im Bereich Arbeitsplatz ein Anliegen: 2014 wurde ein eigenes Ideenmanagement ins Leben gerufen, daneben setzt Hofer weiterhin auf ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm. Als richtungsweisend wurde von der Jury der Umgang mit Lebensmittelüberschüssen empfunden: 70% der Filialen geben überschüssige Lebensmittel an karitative Einrichtungen ab. Mit der Nachhaltigkeitsinitiative „Projekt 2020“ setzt sich Hofer darüber hinaus auf vorbildliche Art und Weise für die Bewusstseinsbildung für Nachhaltigkeit bei seinen Kunden ein.

 

Rhomberg Bau GmbH

Gerade in der Baubranche sind Unternehmen aus Perspektive der Nachhaltigkeit mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Rhomberg Bau nimmt in der Branche eine Vorreiterrolle ein und zeigt eindrucksvoll vor, wie durch gezielte Maßnahmen und ein holistisches Nachhaltigkeitskonzept eine langfristige Veränderung erreicht werden kann – in sozialer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht. Wichtig ist dabei die Einbindung der Stakeholder, beispielsweise über den Nachhaltigkeitsbericht „SinnEntFalter“, der nach der GRI ausgerichtet ist. Die intensive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Baubranche hinsichtlich Nachhaltigkeit beeindruckte die Jury genauso wie die Miteinbeziehung des gesamten Lebenszyklus der Gebäude. Der Großteil der Rohstoffe stammt aus regionaler Beschaffung, 50 % der Baustoffe werden aus recycelten Sekundärrohstoffen gewonnen. Die Jury schätzt überdies die Bemühungen um eine nachhaltige und kundenorientierte Mobilität in der Region um Bregenz und Dornbirn im Sinne der Regionalentwicklung und das soziale Engagement des Unternehmens, das sich in intensiven Partnerschaften mit sozialen Wohnbauträgern zeigt. Zusätzlich war Rhomberg das erste österreichische Bauunternehmen, das von der ÖGNI für seine ethische Unternehmensführung zertifiziert wurde.

 

Schirnhofer GmbH

Angesiedelt in der Ökoregion Kaindorf präsentiert sich Schirnhofer bereits seit Jahren als Vorreiter der eigenen Branche: Neben hohen zertifizierten Qualitätsstandards, gentechnikfreier Produktion sowie der Verarbeitung von Rind- und Schweinefleisch, das zu 100% von regionalen Vertragsbauern stammt, setzt Schirnhofer Maßstäbe in den Bereichen Tiergesundheit, Tierethik und Tierwohl. Schirnhofer-Schweine verzeichnen europaweit den niedrigsten Arzneimitteleinsatz, zusätzlich werden sie mit gentechnikfreiem, europäischem Sojaextraktionsschrot gefüttert. Dadurch wird der Druck auf die Regenwälder in Südamerika verringert. Die dadurch entstehenden Mehrkosten werden von Schirnhofer getragen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung zeigt sich auch in der CSR-Zertifizierung nach ONR19250. Die Mitarbeiter des Unternehmens profitieren von einem Gesundheits- und Vitalzentrum mit eigener Arztpraxis, einem Verein für soziale Angelegenheiten sowie einem umfassenden monatlichen Aktivitätenprogramm. Im Rahmen von Corporate Volunteering zeigen die Mitarbeiter des Unternehmens darüber hinaus auch gesellschaftliches Engagement. Weitere Aktivitäten setzt Schirnhofer durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung, CO2-neutrale elektrische und thermische Energieversorgung der Produktionsstätte und Aktionen zur Abfallreduktion.

Träger
http://www.trigos.at/