Wednesday 1. April 2020

Nominiertenbegründungen TRIGOS 2015 - Beste Partnerschaft

 

Allianz

 Die Partnerschaft zwischen dem  Finanzdienstleister Allianz und dem WWF besteht seit 2008. Als Mitglied der WWF Climate Group verpflichtet sich die Allianz den CO2 Ausstoß um 20% zu reduzieren. Dieses Ziel wurde mit Ende 2013 durch eine Reduktion von 55,9% CO2 pro Kopf deutlich übertroffen. Beim eingereichten Projekt „Nachhaltige Veranlagung“ wurden durch einen vom WWF initiierten und von der Allianz als Praxispartner mitgetragenen Multi-Stakeholder-Prozess mit 70 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und dem NGO-Bereich zentrale Nachhaltigkeitsindikatoren für Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen definiert. Die Allianz hat in Folge dieses Prozesses ihre gesamten Kapitalanlagen – ca. 7 Milliarden Euro – transparent gemacht und nach dem Modell mit mehr als 180 Indikatoren bewerten lassen. 18.000 Einzelpositionen wurden von 600 Emmitenten analysiert. Das führte zu einer neuen Ausrichtung der Investmentstrategie, wo das gesamte Portfolio auf Nachhaltigkeit ausgerichtet wird und mit dem WWF konkrete Ziele vereinbart werden. Die Jury zeigt sich beeindruckt, dass ein Finanzinstitut ihre gesamten Kapitalanlagen im Sinne der Nachhaltigkeit messbar und transparent macht und sich zu konkreten Nachhaltigkeitszielen verpflichtet.

 

Bioenergie Wärmeservice GmbH

Die Partnerschaft der Bioenergie Wärmeservice GmbH und Zellstoff Pöls AG zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie zwei ehemalige Konkurrenten durch ihre Zusammenarbeit ihr Know-How bündeln konnten. Durch das Zusammenwirken der beiden Unternehmen werden jährlich 60.000 lfm Holz und mehr als zwei Millionen Kubikmeter Gas eingespart und die Wärmeversorgung im Großraum Judenburg, Fohnsdorf, Zeltweg bis Knittelfeld aus nachhaltiger, umweltfreundlicher Energie sichergestellt. Es konnte eine jährliche CO2-Einsparung von 32.000 Tonnen erzielt werden. Zusätzlich profitieren nicht nur die Kunden, sondern auch beide Unternehmen von der Zusammenarbeit: Der Rohstoff Holz wird nicht zur Wärmeversorgung herangezogen, sondern steht der Zellstoff Pöls AG zur Weiterverarbeitung zur Verfügung. Für die Jury  wurden die Ziele der Partnerschaft – Einsparungen großer Mengen Holz bei gleichzeitiger Nutzung der Abwärme – eindrucksvoll erreicht. Dabei wurde nicht nur ein erheblicher Umwelteffekt erzielt, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich innovativ und vorbildlich kooperiert: neben der Sicherung von Energieversorgung und Arbeitsplätzen blieb die Wertschöpfung zusätzlich in der Region erhalten. Die kaskadische Nutzung von Holz wird als Best Practice Beispiel angesehen.

 

OeAD-WV GmbH

Die OeAD-WV GmbH ist ein österreichisches Non-Profit Dienstleistungsunternehmen, das jährlich 12.000 Studierenden und Forschenden aus aller Welt Unterkünfte zur Verfügung stellt. Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur organisiert die OeAD-WV GmbH seit 2011 englischsprachige Projekte zu nachhaltiger Bildung. Schwerpunktthemen sind ökologisches, nachhaltiges und ressourcenorientiertes Bauen und Planen (GBS) sowie ökonomische Reformkonzepte mit Bezug zu Ressourcenverfügbarkeit, neuesten Technologien und sozialen Effekten (AEMS).Diese Programme bieten den Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, Zusatzqualifikationen im Nachhaltigkeitsbereich zu bekommen und werden mit ECTS-Punkten belohnt. Das universitätsübergreifende Kooperationsprojekt bietet bisher 150 internationalen Absolventinnen und Absolventen durch die Einbindung verschiedener Partnerinstitute  und –unternehmen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen bzw. technologischen Bereichen fachspezifische aktuelle Informationen auf hohem Niveau. Die Jury befürwortet diese bewusstseinsbildenden Maßnahmen und die Ausbildung von Multiplikatoren sowie die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen dem privaten und universitären Sektor.

 

OMV

Die OMV als international tätiges Öl- und Gasunternehmen hat mit dem Hilfswerk Austria (HWA) das Libya Youth Center gegründet (LYC), um Kinder und Jugendliche von 6 bis 25 Jahren aus allen Gesellschaftsschichten zu unterstützen. Die Gruppen durchlaufen dabei ein 10 bis 12 monatiges Programm zur Persönlichkeitsbildung und psychosozialer Unterstützung. Dabei konnten bisher 2500 Jugendliche erreicht werden, 300 Sozialarbeiter und 200 Psychologen wurden vor Ort geschult. Neben OMV und HWA sind verschiedene Projektpartner auf nationaler und internationaler Ebene in das Programm (und weitere Aktivitäten in Tunesien) eingebunden, um die Effektivität zu erhöhen und Bewusstsein zu bilden. Die Jury zeigt sich beeindruckt vom strategischen Kernziel des Programms: Junge Menschen weiterzubilden und damit eine Erhöhung der Arbeitsplatzfähigkeit und eine Förderung der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung zu erreichen.

 

Sekem Energy GmbH

Sekem Energy stellt im Rahmen des Partnerschaftsprojektes das Know-How für die Umsetzung von nachhaltigen Solarthermie-Projekten in Ägypten zur Verfügung. Durch das Netzwerk aus Installationsfirmen, NGO, Universität und Consultants in Österreich und Ägypten wird die Solarthermie in Ägypten vorangetrieben und in die lokale Wirtschaft und Bildungslandschaft verankert. Seit 2011 wird Sekem bei der Umsetzung dieser Strategie von der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, unterstützt. Bei einem weiteren Projekt werden der ägyptischen Tourismusbranche solarthermische Systeme für Hotelanlagen angeboten. Die Jury zeigte sich von der Zusammenarbeit mit der Heliopolis Universität beeindruckt: Ein staatlich anerkanntes Ausbildungsangebot für Solartechnikerinnen konnte geschaffen werden. Durch die bisherige Zusammenarbeit wurde in der Nähe von Kairo eine 40 Quadratmeter große Solaranlage aufgestellt, die für einen industriellen Prozess der Lebensmittelindustrie vorgewärmtes Warmwasser liefert und bis zu 9000 Liter Dieselkraftstoff jährlich einspart.

 

Vorarlberger Kraftwerke

Zehn Vorarlberger Unternehmen haben sich unter der Koordination der Vorarlberger Kraftwerke freiwillig zusammengeschlossen, um gemeinsam einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Erklärtes Ziel der Gründungsmitglieder ist es, bis zum Jahr 2025 ihre Unternehmen klimaneutral zu stellen – entsprechend dem Klimaneutralitätsbündnis 2025. Dafür werden derzeit jährlich der CO2 Fußabdruck berechnet und Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen gesetzt bzw. nicht vermeidbare Emissionen kompensiert. Die Berechnungsmethodik ist standardisiert und nach ISO 14064-1 validiert. Bereits im ersten Jahr der Zusammenarbeit wurden gemeinschaftlich rund 15.000 Tonnen CO2 mit Hilfe von internationalen Gold-Standard zertifizierten Projekten ausgeglichen. Die Jury sieht diesen freiwilligen Zusammenschluss von Unternehmen unterschiedlicher Branchen als einen wertvollen Beitrag dafür, eine Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung  für das Thema Klimaschutz zu erreichen.

Träger
http://www.trigos.at/