Tuesday 17. September 2019

Nominiertenbegründungen TRIGOS Steiermark 2019

 

 

Vorbildliche Projekte

 

 

TBH Ingenieur GmbH - IKEA Logistikzentrum Wien: Heizen und Kühlen mit Europas größtem Eisspeichersystem

 

Als Spezialist für Gebäude- und Energietechnik legen TBH besonderen Wert auf ganzheitliche, energieeffiziente Lösungen. Das von dem Einrichtungskonzern IKEA beauftragte Logistikzentrum wird im Sommer 2019 fertiggestellt und verfügt über das bisher größte Eisspeichersystem Europas. Dieser Eisspeicher versorgt als energieeffiziente Wärmequelle eine Wärmepumpenanlage, die sowohl zur Beheizung als auch zur Kühlung des Logistikzentrums dient. Durch Stimulierung des Einsparungspotenzials kann eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen nachgewiesen werden. Mit dem Veranstaltungsformat „Energy Talk“ wurde ein wichtiges Branchenvernetzungstreffen etabliert. Das ressourcenschonende holistische Gesamtkonzept kann auf viele weitere Standorte angewandt werden und damit einen wichtigen Beitrag zur Ökologisierung im Bauwesen leisten.

 

umdasch Store Makers Leibnitz GmbH - Refilling statt Recycling - Liquid Dispenser by umdasch

 

Als einer der führenden Anbieter Österreichs für Ladenbau und Shopdesign sowie Geschäfts- und Lagerausstattungen setzt sich Umdasch mit dem effizienten Umgang mit Ressourcen aktiv auseinander. Das Unternehmen betreibt sowohl ein aktives Trendmonitoring als auch einen offenen Dialog und beschäftigt sich mit den Herausforderungen der Branche. Mit dem Projekt „Refilling statt Recycling“ bietet das Unternehmen eine technisch gut durchdachte Lösung zur Wiederbefüllung von Flüssigkeiten wie Waschmittel und Scheibenfrostschutz an. Das Produkt wurde in enger Kooperation mit den Kunden entwickelt und soll zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsbilanz von Unternehmen beitragen. Dabei leistet es nachvollziehbar einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung von Kunststoffen in Österreich und schafft klare Vorteile sowohl für das Unternehmen als auch für die Umwelt.

 

Breitenfeld Edelstahl AG - Kreislaufwirtschaft in der Stahlindustrie

 

Die Breitenfeld Edelstahl AG produziert Warm- und Kaltarbeitsstähle, Schnellarbeitsstähle, rost-, säure und korrosionsbeständige Stähle im Block. In der energieintensiven Stahlindustrie fallen im Zuge der Produktion große Mengen an Schlacken, Filterstäuben und sonstigen Reststoffen wie Feuerfestausbruch an. Mit dem Projekt „Kreislaufwirtschaft in der Stahlindustrie“ verringert der Betrieb den Ressourcenverbrauch am Standort durch das Schließen von Stoffkreisläufen und die Wiederverwendung von Abfallstoffen. Dies führt zu einer Reduktion des Deponievolumens auf der betrieblichen Reststoffdeponie, sowie Einsparungen von Rohstoff- und Entsorgungskosten. Das Unternehmen nimmt sich der Ressourcen- und Energieeffizienz auch als Teil des Kerngeschäfts strukturiert an und gilt damit als Vorreiter in der Branche.

 

 

 

Regionale Wertschaffung

 

 

Retter Seminar Hotel - Retter Hotel BIO Restaurant

 

Die im Naturpark Pöllauer Tal gelegene Retter Seminar Hotel GmbH gilt in Österreich als Vorbild für Öko-Bio-Hotels und Zero Waste. Dabei gelang die organische Entwicklung des Retterhofs über Jahrzehnte hin zu einem Vorzeigebetrieb. Die nachhaltige Gesamtphilosophie des Unternehmens und das klare Bekenntnis zu Regionalität stellen das Leitmotiv des Unternehmens dar. Ein altes Leerstandsgebäude des ehemaligen Obsthofs Retter wurde unter Einbeziehung der regionalen Bio-Produzenten zu einem gläsernen Musterbetrieb für geschlossene Lebensmittelkreisläufe. Es gibt eine eigene Bäckerei, eine Kräutertrocknung, eine Brennerei, eine Einkocherei für Marmeladen sowie Kursräume für BesucherInnen, die rege genutzt werden. Damit ist aus einem alten, leeren Gebäude eine vorbildliche Plattform für Bio-Produzenten geworden, die in der Region interaktiv entwickelt und betrieben wird.

 

Gut Hornegg - Ein Mustergut

 

Hornegg ist ein biologisch geführter Musterhof nach dem Vorbild Erzherzog Johanns. Der Betrieb ist auf die extensive Produktion alter Fischarten wie Brachse, Flussbarsch oder Giebel spezialisiert. Zusammen mit dem Verein Schwalbe werden Frauen in Lebenskrisen Ferienhäuser zur Verfügung gestellt und die Möglichkeit gegeben, beim Fischverkauf am Markt einen Wiedereinstig in die Arbeitswelt zu finden. Es ist deklariertes Ziel des Unternehmens, durch Revitalisierungsmaßnahmen einen identitätsstiftenden regionalen Beitrag zu leisten und damit Kleinstrukturen im ländlichen Raum zu erhalten. Der Fokus auf sanften Tourismus durch preiswerte Urlaubsquartiere und die damit einhergehende Revitalisierung von verfallenen Immobilien macht das Gut Hornegg zu einem regional sehr wertvollen Projekt, das definitiv Vorbildcharakter in der Region hat.

 

Weizer Schafbauern eGen.m.b.H - Verantwortung zeigen, Chancen nützen!

 

Die Weizer Schafbauern sind eine 1995 gegründete eingetragene Genossenschaft in einer strukturschwachen Region der Steiermark, die durch viele Auspendler gekennzeichnet ist. Mit dem Vorhaben der Belebung der Region bietet das Unternehmen einen wichtigen Lösungsansatz. Das Unternehmen wurde mit Zuversicht und Zähigkeit aufgebaut und ist heute ein Garant für die Erhaltung und Weiterentwicklung einer regional angepassten Landwirtschaft mit qualitativ hochstehenden Produkten, die mittlerweile auch online vermarktet werden. Die Genossenschaft mit ihren gerade einmal 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichert zu einem beträchtlichen Teil damit die Existenz von weiteren 300 nachhaltig wirtschaftenden Klein- und Kleinstbetrieben. Durch innovative Kooperationen unter den AkteurInnen in der Region wird so ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft geleistet.

 

 

Social Innovation & Future Challenges

 

 

CFS GmbH- atempo Gruppe - Digital_kann_sozial!

 

Atempo setzt auf inklusive Lösungen, die möglichst alle Menschen mit ihren Potenzialen und Bedürfnissen einbeziehen. Das Projekt „digital kann sozial!“ bietet barrierefreie Wissensvermittlung und Bereitstellung von Informationen zur Stärkung der Teilhabe am öffentlichen Diskurs mittels einer App. So werden Original-Nachrichten auf leichtere Sprachniveaus übersetzt und damit der Diversität der NutzerInnen Rechnung getragen. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf Inklusion von Menschen mit Behinderung. Das Projekt hat vielmehr das Ziel, allen Menschen über die verschiedenen Gesellschaftsschichten hinweg die Möglichkeit einer „objektiveren“, demokratischeren Meinungsbildung zu verschaffen. Die Jury honoriert insbesondere die kontinuierliche Weiterentwicklung und den hohen gesellschaftlichen Mehrwert des steirischen Social Entrepreneurs.

 

Dahir GmbH - dahir - sozioökonomisches Immobilien & Beziehungsmanagement

 

Als Verwalter und Betreuer von Wohn- und Lebensräumen im urbanen Raum bekennt sich die Dahir GmbH zu ihrer sozialen Verantwortung. Das ist außergewöhnlich in der heutigen Immobilienwirtschaft. Die Zielsetzungen des Unternehmens treffen eine der wesentlichen Herausforderungen unserer Zeit – nämlich sozialen Zusammenhalt zu schaffen und zu managen, und so die Lebensqualität insgesamt anzuheben. Das Unternehmen geht aktiv in die Kommunikation mit den BewohnerInnen und baut eine gemeinsame Vertrauensbasis auf. Der Prototyp am Griesplatz als Brennpunkt der Integrationsdebatte in Graz stellt dabei ein wichtiges Leuchtturmprojekt und eine neuartige Lösung zur Deeskalation dar. Anhand einer mit der WU Wien ausgearbeiteten Social Return on Investment-Analyse wird die gesamt Wertschöpfungskette von Dahir und seinen wichtigsten Stakeholdern dargelegt. Die Jury erhofft sich ein hohes Replikationspotenzial im derzeitigen – meist ausschließlich auf ökonomischen Gewinn orientierten – österreichischen Wohnungsmarkt.

 

Miraconsult - mira - mit mehr interaktiver, respektvoller Aktivität zu den SDG

 

Das steirische Beratungs- und Mediationsunternehmen hat sein Kerngeschäft gänzlich auf Nachhaltigkeit und die Ziele der Agenda 2030 ausgerichtet. Auf Gemeindeebene werden die UN-Nachhaltigkeitsziele systematisch bearbeitet und umgesetzt. Mit dem Projekt "SDG17 in Lieboch - mach mit! Schau Das Geht!“ wurden in der Gemeinde durch Gespräche, Zeitungsartikel, Veranstaltungen und einer Reihe von partizipativen Methoden Wege zur Erreichung der Ziele aufgezeigt. Erstmals wird dadurch die Umsetzbarkeit der SDGs im Alltag und in den Gemeinden bewiesen. Dabei bedient sich Miraconsult an einem umfassenden Netzwerk zahlreicher relevanter Stakeholder. Die Jury hebt die offene, transparente Kommunikation und die Einbindung der lokalen Bevölkerung als besonders positiv hervor.

 

 

Klimaschutz

 

 

Wenzel Logistics GmbH – Verkehre Intermodal – Reduktion von CO2

 

Wenzel Logistics GmbH ist ein mittelständisches, europaweit tätiges Transport-& Logistikunternehmen mit 130 Mitarbeitenden an vier Standorten. Das Leistungsspektrum umfasst Intermodalverkehre, LKW-Verkehre inkl. Projekt- & Sondertransporte und Lagerlogistik. Das Unternehmen zeigt Bewusstsein für die Problematik der eigenen Branche und verfolgt ein klar nachvollziehbares Ziel: die Verlagerung der Gütertransporte von der Straße auf die Schiene. Dieses Ziel ist nicht neu, aber heute relevanter denn je. Konkret bezieht sich das eingereichte Projekt auf einen regelmäßigen Intermodalverkehr per Bahn zwischen Graz und dem Ruhrgebiet, wobei vor allem die bahntechnischen Einschränkungen auf der Pyhrn-Schober Strecke eine Herausforderung darstellen. Die Jury würdigt die Leistung, bei solchen Rahmenbedingungen einen Regelverkehr mit Ganzzügen zwischen Graz und dem Ruhrgebiet erfolgreich zu führen. Mit dem Projekt bietet Wenzel Logistics einen dringend notwendigen Lösungsansatz im Transportwesen, um Emissionen einzusparen.

 

Saubermacher - High-Tech-Recyclinganlage für Lithium-Ionen-Batterien

 

Saubermacher ist ein internationaler Komplettanbieter für Entsorgung und Verwertung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen. Seit Unternehmensbeginn ist CSR im Betrieb verankert und wird über ein integriertes Managementsystem, sowie Umwelt- und Qualitätsstandards messbar gemacht. Am Standort des norddeutschen Tochterunternehmens REDUX werden sämtliche Arten von Lithium-Ionen-Batterien nach modernsten Verfahren verarbeitet und wichtige Wertstoffe wie Seltene Erden dem Markt für Sekundärrohstoffe zugänglich gemacht. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr. Saubermacher leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft sowie zu einer verbesserten Ökobilanz der E-Mobilität und nimmt auch im internationalen Kontext eine viel beachtete Rolle ein. 

 

KNAPPAG – KNAPP goes green

 

Das Technologieunternehmen aus Hart bei Graz stellt intelligente Automatisierungslösungen für Distribution und Produktion her und zählt zu den Marktführern unter den Anbietern intralogistischer Komplettlösungen von automatisierten Lagersystemen. Die Firma verfolgt mit ihrem Mobilitätskonzept „Knapp goes green“ einen wichtigen Meilenstein in der Arbeitsmobilität: Die Ökologisierung des Pendlerverkehrs der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine Förderung des betrieblichen Gesundheitswesens. Mitarbeitende die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder eine Fahrgemeinschaft bilden sind ein Vorbild für andere und sollen zur Nachahmung einladen. Die Jury schätzt insbesondere die kontinuierliche Verbesserung im Bereich Energieeffizienz und die umfassenden Mobilitätsmaßnahmen des Industriebetriebes.

 

 

Träger
& Sponsoren
http://www.trigos.at/