Sunday 17. October 2021

Nominiertenbegründungen TRIGOS Tirol 2020

 

Die Nominierungen in Tirol spiegeln die aktuellen Themen und Herausforderungen wider, die durch Corona noch verstärkt wurden. Nicht zuletzt deshalb ist es kein Zufall, dass viele Tourismus-Betriebe unter den Nominierungen sind, denn hier besteht gerade in Tirol ein Bedarf an nachhaltigen und sensiblen Vorzeigeunternehmen.

 

 

Vorbildliche Projekte

 

AlpinSchule Innsbruck GmbH – Lebenswerte - ASI Reisen

 

Die Tiroler AlpinSchule Innsbruck GmbH entwickelt und vermittelt Aktiv- & Erlebnisreisen in 90 Länder und sorgt damit für nachhaltige Erlebnisse für Reisende & lokale Communities. Mit der gesamtheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie „Lebenswerte“ stellt sich das Unternehmen durch die Minimierung des Umwelteinflusses, der Maximierung der lokalen Wertschöpfung sowie der Förderung von Transparenz & Dialog konsequent den aktuellen Herausforderungen der Tourismusbranche. Die Jury hebt besonders die klare Adressierung des Problems „Overtourism“ sowie die aktive Sensibilisierung und Aufklärung hervor, denn neben den eigentlichen Kunden werden auch die Destinationen und Anbieter, sowie deren MitarbeiterInnen für die Philosophie eines nachhaltigen Tourismus gewonnen. Dadurch wird die wichtige Vorbildfunktion für MitbewerberInnen im Tourismus noch deutlicher – ein Nachahmungseffekt auf andere Anbieter wäre wünschenswert und notwendig.

 

greenroot Innsbruck – greenroot - zero waste shop Innsbruck

 

Als einziger Zero Waste Shop in Tirol bietet greenroot hochwertige biologische Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs an – und das ohne Verpackung. Durch den bewussten und nachhaltigen Umgang mit Produktauswahl, Lieferketten, Regionalität, Fairem Handel, Solidarität sowie durch Kooperationen und Bewusstseinsbildung ist ein hohes Maß an Ehrlichkeit und Authentizität gewährleistet, das den Verkauf von Lebensmitteln in allen Aspekten prägt. Die Jury ist besonders von den kompromisslosen Bemühungen um Ganzheitlichkeit und der stringenten Einhaltung der Unternehmensphilosophie überzeugt und lobt die Leidenschaft sowie den Mut, trotz der Kleinstrukturiertheit des Unternehmens, ein derart umfassendes Konzept anzugehen und umzusetzen. Das junge Unternehmen bietet ein Einkaufserlebnis mit gutem Gewissen und nimmt durch die gelebte Verantwortung eine wichtige Vorbildrolle ein.

 

Pirktl Holiday GmbH & Co KG – Ganzheitliche Gastgeber-Initiative zur Weiterentwicklung der Unternehmensphilosophie durch Einbindung der Sustainable Development Goals (SDGs)

 

Das familiengeführte Alpenresort Schwarz integriert unter Einbindung aller Interessensgruppen die Sustainable Development Goals (SDGs) systematisch auf allen Unternehmensebenen und in allen Geschäftsprozessen. Durch die konsistent gelebte Nachhaltigkeit setzt das Unternehmen seit Jahren eine klare Haltung und beschäftigt sich umfassend mit seinen Werten und vor allem mit den Auswirkungen des Kerngeschäfts. Besonders begrüßenswert findet die Jury das Konzept zur Umsetzung der SDGs auf allen Unternehmensebenen. Die Pirktl Holiday GmbH & Co KG hebt sich durch das Anbieten von Ganzjahresarbeitsplätzen in der Branche ab und zählt zu einem der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Mit sehr ambitionierter Außenwirksamkeit ist es ein Vorbild für andere, Nachhaltigkeit ganzheitlich und für alle gewinnbringend zu adaptieren.

 

 

Regionale Wertschaffung

 

Altenwohnheim Kitzbühel GmbH – Große Küche im Altenwohnheim Kitzbühel

 

Durch die Umstellung der Verpflegung auf regionale, biologische, gesunde und abwechslungsreiche Kost der BewohnerInnen und MitarbeiterInnen signalisiert die Altenwohnheim Kitzbühel GmbH, dass Essen viel mehr ist, als reine Bedürfnisbefriedigung. Das Vorzeigeunternehmen steigert durch seinen umfassenden und regionalen Ansatz die Zufriedenheit und die Gesundheit gerade bei der sensiblen, älteren, zumeist auch schon kränklicheren Zielgruppe und bei den oft in einem Höchstmaß geforderten MitarbeiterInnen. Das Altenwohnheim Kitzbühel geht durch die damit einhergehende Verbesserung der Lebensqualität als Vorbild für andere Pflegeeinrichtungen voran und schafft Mehrwert für lokale LieferantInnen und LandwirtInnen – etwas das gerade durch Corona neue Relevanz erfährt bzw. erfahren hat.

 

Innsbruck Food Tours – Innsbruck Food Tours

 

Das Startup Innsbruck Food Tours bietet Touren an, bei denen TirolerInnen und Gäste aus aller Welt zu Fuß typische regionale Spezialitäten Tirols verkosten können, die direkt von kleinen lokalen ErzeugerInnen, Tiroler Unternehmen und LandwirtInnen produziert werden. Dabei werden die TourteilnehmerInnen für Themen, wie die Familiengeschichten der Betriebe, die Kulinarik in der historischen Entstehung, die Vermeidung von Plastik, die Überproduktion in der Lebensmittelindustrie sowie die bäuerliche Produktion als Gegenpol zum globalen Handel sensibilisiert. Die Jury war beeindruckt von der durchdachten Kombination aus Tourismus, Wissensvermittlung und Förderung der regionalen Kleinstunternehmen und dem dadurch geschaffenen Mehrwert sowohl für TouristInnen als auch für regionale Unternehmen.

 

Raiffeisenbank Vorderes Ötztal eGen – Unsere Verantwortung als regionale Genossenschaftsbank am Beispiel Regionalkredit

 

Mit dem Regionalkredit vernetzt die Raiffeisenbank Vorderes Ötztal eGen regionale BauherrInnen als KreditnehmerInnen mit heimischen Betrieben aus dem Bau- und Baunebengewerbe. Es bietet darüber hinaus konkrete Anreize, die Gewerke bei lokalen Unternehmen in Auftrag zu geben. Dies führt zur Stärkung der Kaufkraft in der Region, da das Geld wieder in den regionalen Kreislauf geschickt wird. Es handelt sich dabei um eine win-win Situation für alle Beteiligten: Der/Die BauherrIn erhält eine günstige Finanzierung und spart durch Skontoabzüge; die Unternehmen bekommen Aufträge in der Region; Arbeitsplätze werden geschaffen; Kommunen erhalten Steuereinnahmen und die Kreditauslastung der Bank wird gesteigert. Die Jury begrüßt das stimmig in die Gesamtausrichtung des Unternehmens eingefügte Good Practice Projekt zur Verstärkung regionaler Wertschaffung. Nicht zuletzt ist das Involvieren einer breiten Vielfalt an Stakeholdern dabei als besonders lobenswert hervorzuheben.

 

 

Klimaschutz

 

Familien-Landhotel Stern – I schaug auf Di. Du schaugsch auf mi.

 

Das Familien-Landhotel Stern hat seit Bestehen den durch Corona bekannt gewordenen Spruch „I schaug auf di. Du schaugsch auf mi.“ als Philosophie und Leitgedanken verinnerlicht. Mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie verankert es den Klimaschutz fest in seine Betriebsführung und in das Kerngeschäft, mit dem Anspruch, die Tradition des Hauses zu leben und weiterzuentwickeln. Durch die konsequente und ganzheitliche Auseinandersetzung mit seinen ökologischen und sozialen Auswirkungen, aber auch mit seiner wirtschaftlichen Solidität entwickelte sich das Familien-Landhotel Stern zum Innovationstreiber und fördert als Impulsgeber in der Region Wissensaustausch und -transfer. Als richtungsweisend für andere Unternehmen der Branche gilt die ganzheitliche Integration der SDGs ins Kerngeschäft.

 

Pohl Metall GmbH – Wir produzieren mit gutem Gewissen!

 

Die Pohl Metall GmbH beschäftigt sich mit der Produktion und Oberflächenbehandlung von Blech und Drahtteilen. Vorwiegend werden Stanzteile für Automobilscheinwerfer hergestellt. In einer Branche fern von Nachhaltigkeit und geprägt von hartem Konkurrenzdruck überzeugt das Unternehmen mit seinem systematischen Ansatz, mehr Nachhaltigkeit in Produktion und Verarbeitung zu implementieren. Mit der Schaffung eines CSR-Teams, mit Verbesserungen der Abläufe und Rationalisierung und Verbesserung der Arbeitsmethoden trägt das vorbildhafte Unternehmen u. a. einen wesentlichen Beitrag zu Energieeinsparung, Arbeitsplatzgestaltung und zum Raumklima bei. Zu den Maßnahmen zählen der Reinigungsmitteleinsatz ohne Tenside, die Errichtung einer PV-Anlage und die Wärmerückgewinnung. Die Jury wünscht sich, dass produzierende Betriebe in umweltbelastenden Sektoren die Bemühungen der Pohl Metall GmbH aufgreifen.

 

SynCraft Engineering GmbH – Das Rückwärts-Kraftwerk

 

Die Tiroler SynCraft Engineering GmbH leistet mit der Technologie seiner „Rückwärts-Kraftwerke“ einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und ermöglicht den Zugang zu sauberer Energie. Neben dem Prozess der Energieherstellung wird bei dem Verfahren CO2 langfristig in Form von Holzkohle gebunden und anschließend als gewinnbringendes Nebenprodukt abgesetzt. Die Holzkraftwerke arbeiten während dem gesamten Lebenszyklus CO2-negativ und helfen somit, aktiv der Klimakrise entgegenzusteuern. Das Unternehmen mit Innovationsgeist überzeugt die Jury mit seinem transformativen und zukunftsweisenden Ansatz. Die SynCraft Engineering GmbH leistet einen wesentlichen Beitrag zur Ökologisierung der Energieproduktion und somit einen immensen Beitrag zu Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz.

 

Träger
http://www.trigos.at/